Geschafft!

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Nach fünf Anläufen bekommen wir unsere Pässe mit dem Indien Visum in die Hände gedrückt. Jetzt sind wir aber erleichtert und erholen uns wieder von den nervenaufreibenden Stunden. Die Fotos haben wir noch neu machen müssen und natürlich nochmals das ganze online-Formular-Prozedere. Auf den Botschaften ist immer am Vormittag die Ablieferung der Formulare und am Nachmittag die Abholung der Pässe mit Visa – natürlich nicht am selben Tag. Das waren noch Zeiten, als wir in Burkina Faso auf der Botschaft von Benin aufs Visum warten konnten. Da die Inder wirklich schnell gearbeitet haben, schaffen wir die drei Visum in 10 Tagen, das ist eine Leistung.

Zwischen den Botschaftsbesuchen bummeln wir in den Markthallen herum. Was es da alles zu kaufen gibt, von Haaren über Tretnähmaschinen bis zur Riesenauswahl an Seide und musterverzierten Stoffen.

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Die Qual der Wahl für die Laos-Frauen, darunter ein Lieblingsstück für ihren Standardjupe auszusuchen. In jeder Verkaufsecke ist ein Geschnatter, Stoffe werden herausgezogen, sie vergleichen und beraten.

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Und was finden wir denn da? Unser drittes Ventilatörchen und das sogar mit einem USB-Stecker. Es ist zwar etwas verstaubt und sieht gebraucht aus, doch nach der Generalreinigung strahlt es hellblau-neu. Hoffentlich tut es seine Wirkung länger als seine Vorgänger.

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In Laos ist das traditionelle Weben sehr verbreitet. Wir besuchen eine über die Landesgrenzen bekannte Hand-Weberei, in der kostbare Seidenstoffe mit komplizierten Mustern gewoben werden. Sogar ein Auftrag für Kuweit ist aktuell auf dem Webstuhl. Die Frauen lernen ihr Handwerk von ihrer Mutter. Unsere Augen kommen fast nicht nach, wie das Schiffchen hin und her gleitet. Immer wieder wird das Muster gemessen, es muss ja alles stimmen.

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Zum Glück haben wir beim ersten Besuch in Vientiane nicht alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Ich freue mich, dem Tempel Pha That Luang doch noch eine Visite abstatten zu können. Allerdings müssen wir vorher noch eine Busse bezahlen, wir fahren in eine Einbahnstrasse, die wir vor lauter Tempelsuchen übersehen haben. Natürlich dem Polizisten schwarz auf die Hand – na ja – unser Fehler, immerhin nur 10$. Das Gold der Stupa aus dem 16. Jahrhundert bröckelt zwar schon etwas ab, doch die grosse Anlage hat noch andere Schönheiten.

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Da ruht ein liegender Buddha, Hennen und Hähne gackern herum, eine Frau schwingt kleine Holzvogelhäuschen und verkauft die Freiheit der darin piepsenden Spatzen. Diese dem Himmel zurück zu geben, soll Glück bringen. Ein Tempelgebäude ist mit filigraner, rot-goldener Wand- und Deckenmalerei geschmückt – eine Augenweide.

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Als Ausgleich besuche ich mit Urs das Armeemuseum. Wir sehen wieder die selben Bilder wie im National Museum und ganz viele Heldengestalten. Einige Armeefahrzeuge sind in der riesigen, weiss gefliesten Halle ausgestellt. Da sind doch noch Stühle und ein Fernseher, – doch es funktioniert nichts. Jetzt müssen wir pressieren, das Museum schliesst um halb zwölf und alle Angestellten sind schon fest mit den mitgebrachten Plastiktüten fürs Mittagessen beschäftigt. Bis um halb zwei ist das Museum zu, da machen sie bestimmt noch ein ausgiebiges Mittagsschläfchen.

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Vor einem neu eröffneten Shopping-Center hängen rote Winterjacken. Wozu denn das? Ein Eispalast wartet auf Besucher. Die Bilder zeigen Asiaten in Flip-flops in Schnee und Eis herumwatscheln und man hört gerade ihr Kreischen. Der Eintritt ist nicht billig für Laos-Verhältnisse. Ob das Eis wohl bald schmilzt? Das Shopping-Center ist eine Geisteransammlung von Verkäuferinnen. Rolex, Breitling, Wenger und Omega werben für Kunden – doch weit und breit keine zu sehen. Die Rolltreppen, die Glasarchitektur könnte widersprüchlicher nicht sein zu den ein paar Meter entfernten Laos-Lädeli in garagenähnlichen Verschlägen.

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Die Temperaturen bewegen sich um die 40 Grad-Grenze. Bereits um 9.00 Uhr ist es einfach nur heiss. Mit einem Lüftchen und einem vorübergehenden Rettungsanker in einem klimatisierten Café mag man es aushalten. Selbst am Abend könnte die Strasse wahrscheinlich als Spiegelei-Bratpfanne benützt werden.

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Jetzt fahren wir wieder nach Thailand zurück und verbringen die nächsten zwei Wochen im Norden dieses Landes. Denn am 15. Mai wartet unser Guide und der Tourismusoffizier an der Grenze von Myanmar auf unser Erscheinen. Also pünktlich sein!