12. Mai – 12 Monate unterwegs

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Bei 35 Grad sitzen wir in Queensland am Schatten und sinnieren über die vergangene Zeit. Die Wochen und Monate sind irgendwie schnell vergangen und doch ist es das längste Jahr, das ich je erlebt habe. Sind es die vielen zu verarbeitenden Eindrücke? Ist es das manchmal auftauchende Heimweh? Ist es der Wunsch nach einem richtigen Zuhause? Wahrscheinlich von allem etwas. Unser Reisebudget ist ziemlich strapaziert, die Reisekosten sind in fast allen Ländern höher als geplant. Unsere Reisedauer wird sind wohl nach dem Geldbeutel richten.

Unser Jahrrückblick in bewegenden, prägenden Momenten:

Der bilderbuchmässige …

Die anmutigen Bewegungen der Kamele auf dem Markt in Marokko, Auge in Auge mit dem Elefantenbullen in Namibia oder die palmengesäumte Chili Beach auf der Halbinsel Cape York, weisser Sand, unbewohnte Inseln im türkisblauen Meer, Gedanken an Robinson und Freitag, Urs als Kokosnusspflü2cker.

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Der schwierigste …

Die Botschaftssuche in unbekannten Städten, niemand kennt die Strassennamen, die Richtungsanzeigen der Schwarzen weisen in alle Richtungen, ein Stadtplan ist etwas Unbekanntes. Wir staunen heute noch, wie wir unsere Visum ergattert haben.

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Der lustigste …

In einem Pickup zusammen mit vier Franziskanerschwestern die grüne Grenze nach Togo überqueren, im verbotenen Land  mit Frère Fernand aus Frankreich einen Ricard trinken und den ganzen Abend eine herzlich wohltuende, lachende Gemeinschaft erleben.

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Der erschreckendste …

Die Arroganz und Überheblichkeit der reichen Schwarzen gegenüber ihren Landsleuten, das Gefälle zwischen Arm und Reich, alles und nichts. Korruption und Machtintrigen der regierenden Herrscher bis hin zu Ignoranz von Aids und Ebola.

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Der traurigste …

Familiengeschichten, die nicht begleitet werden können, machen gefangen. Der Todesfall eines lieben Freundes, handlungsunfähig, von Ferne etwas Tröstendes beizusteuern.

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Der nervendste …

Madame Kassamou von der Schifffahrtsgesellschaft in Benin, die uns wochenlang warten lässt und erst auf Intervention aus der Schweiz endlich das Transportgeschäft abwickelt und uns am Ende noch «die Kappe wäscht».

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Der emotionsvollste …

Am Strand von Namibia zu stehen, das wartende Schiff mit dem Container drauf zu beobachten und nicht zu wissen, ob Paul jetzt da drin ist oder nicht. Das gibt Gänsehaut.

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Der fröhlichste …

Das Umarmen von Sandra und Susanne in Nambia, das Wiedersehen mit Laura in Südafrika, das Familienfeiern über den Jahreswechsel mit Margrit, Roland und Maja in Indien, das sehnsüchtig erwartete Treffen mit unseren Freunden Louise und Fredl in Australien.

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Der schönste …

Das Containerschloss  im Hafen von Walvis Bay wird geknackt und Paul steht da, in alter Frische – nach neun Wochen haben wir ihn wieder.

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Der eindrücklichste …

Das Dorfleben in Karangasso (Mali) in seiner Einfachheit, ein Hof voller Hühner und Kinder, ein paar Frauen, alle demselben Mann gehörend, dürftigste hygienische Einrichtungen, harte Frauenarbeit und doch zufriedenes Lachen und Scherzen.

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Der nachdenklichste …

Die ungesunde Entwicklung in Australien, viele dicke Leute, da mögen auch die low fat Produkt im Supermarkt nichts mehr ausrichten, die exorbitante Steigerung der Immobilienpreise, Generationen, die von der Arbeitslosenunterstützung leben, die Ausbreitung der Asiaten, die sich wie feine Spinnennetzfäden über das ganze Land zieht – wo führt das hin? Und Australien ist ein so perfekt schönes Reiseland!

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Der menschlichste Moment

Wir sind immer noch glücklich beisammen, haben ein paar Zacken aneinander abgeschleift und reisen mit Freude zu Zweit.

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Und die Quintessenz daraus von uns Drei:

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Urs
Trotz kleineren Hürden bleibt der Spass.

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Doris
Unterwegs sein heisst Geduld, Gelassenheit, Gemütlichkeit – im bin auch nach einem Jahr noch in der Übungsphase.

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Paul
Die Finken schmerzen bitterlich, doch ich halte durch!