Er ist wieder da ……..

Unsere Nerven werden nochmals aufs Äusserste gereizt. Montag, der 27. Oktober ist schon lange unser Stichtag, um Paul in Empfang zu nehmen. Wir entdecken im Internet auf einer Schiffstrack-Seite, dass die Ankunft für 22.00 Uhr geplant ist.

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Dann wird es wohl nichts mehr mit Ausladen. Unser Spediteur Eddi vertröstet uns auf Mittwoch. Ja gut, nochmals zwei Tage warten. Kommt es auf die Summe der bereits gewarteten Tage noch darauf an? Ja schon, denn nun sind seit dem Verladen bereits neun Wochen vergangen. Wir zählen die Stunden. Wir stellen im Internet fest, dass das Schiff wohl vor dem Hafen liegt und kreist und nicht in den Hafen einlaufen kann. Sogleich erhalten wir auch die Bestätigung von Eddi, dass das Schiff erst Mittwochmittag in den Hafen fahren kann und wir am Donnerstag vorbeikommen sollen. Jetzt wird es langsam eng, denn am Freitag um 07.00 Uhr haben wir im 400 Kilometer entfernten Windhoek einen Termin in der Garage – der letztmögliche, denn nachher ist er bis Weihnachten ausgebucht.

Natürlich können wir es nicht lassen, nach Walvis Bay zu fahren, am Langstrand zu halten und «unserem» Schiff Merkur Cloud mit unserem Paul drauf ein paar Blicke zuzuwerfen. Jetzt schon bewegende Momente, nicht nur wegen den Wellen des Meeres. Wie wird das noch herauskommen?

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Die erste Handlung am Mittwochmorgen ist der Blick ins Internet – tatsächlich, das Schiff liegt schon im Hafen, welch Freude! Da können wir es uns nicht verkneifen, nach dem Coiffeurbesuch von Urs wieder nach Walvis Bay zu fahren. Wer weiss, vielleicht wird der Container ja schon diesen Nachmittag ausgeladen. Wir lernen Eddi kennen, der uns mit Nachforschungen und Kontakten zu MSC Namibia (unserer Schifffahrtsgesellschaft in Benin) sehr geholfen hat und unser Frachtagent ist. Leider muss er uns auf Donnerstag vertrösten, unser Container ist zuunterst im Schiff und kommt erst am nächsten Morgen um 08.00 Uhr an Land. Doch um 09.00 Uhr haben wir Termin mit Eddi und der Zollbehörde – dann wird das Geheimnis hinter der verbeulten gelben Tür gelüftet.

Es ist klar, dass wir schon fünf vor neun bei Eddi auf der Matte stehen. Zuerst muss er noch einen asiatischen Kunden abwickeln. Die bringen hier containerweise Ware ins Land und die China Shops spriessen wie Pilze aus dem Boden.

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Um 10.00 Uhr fahren wir in den Hafen und wir bekommen die Details erklärt. Riesige Stacks von Containern, die auf die Hafenausfahrt auf dem LKW warten. Leider wurde das Zollsystem im Oktober geändert, jetzt weiss niemand wie was funktioniert und alles dauert unglaublich lange. Sie Spediteure bekommen graue Haare dabei, denn ihre Kunden können die Verzögerungen nicht verstehen. Urs sieht schon lange den LKW mit dem gelben Container, doch er muss zuerst seine Papiere zeigen, bis das Ausfahrtstor aufgeht. Tatsächlich – unsere Nummer – die Spannung steigt. Erst muss noch die Zollbeamtin auf den Platz, denn nur in ihrer Anwesenheit darf die Plombe geknackt werden. Endlich geht das Tor auf – unsere Box ist drin und auch das Auto.

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Wir haben uns schon oft überlegt, was wir machen, wenn plötzlich alles verschwunden ist. Deshalb sind wir auf das Schlimmste gefasst und natürlich angenehm überrascht, alles wie verladen vorzufinden. Natürlich kommen noch ein paar Schrammen und defekte Teile zum Vorschein, doch das lässt sich richten. Wir schnaufen definitiv auf. Hier gibt’s auch die richtigen Werkzeuge wie Multilift für die Entladung des Containers und Gabelstapler, um die Campingbox aus dem Container zu hiefen.

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Der Rest sind Details, die Urs ja bestens kennt. Er hat das exakte Rückwärtsfahren für den Auflad der Box perfekt im Griff. Die schwarzen Arbeiter staunen nur, wie sich dieses Auto auf einmal zusammensetzt und funktionsfähig wird.

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Um 12.00 Uhr tuckern wir los – endlich wieder mit Paul vereint und riesig froh, dass wir unsere Reise in unserem Zeit-Zuhause fortsetzen können. Die Erleichterung strahlt über alle vier Backen. Wir schaffen an diesem Abend den Weg nach Windhoek, wenn auch die letzte Strecke bei Dunkelheit. Und somit können wir den Termin am Freitag in der Garage einhalten. Am Abend hat Paul die schon lange gewünschten Luftfedern und der Steinschlag in der Frontscheibe ist versiegelt.

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Alles wieder startklar und wir um Tonnen Sorgen leichter.

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