Mali

Was wissen wir schon von Mali? Sahara, Wüste, Touareg – die blauen Männer, Timbuktu, Karawanen, gewalttätige Auseinandersetzungen, Mehari – die weissen Dromedare ….. und sonst nicht viel.

K800_Grün vor Bamako

Wir sind ganz überrascht, als wir nach dem problemlosen Grenzübertritt von Senegal nach Mali einreisen. Alles ist sattgrün, hügelig, rote Steinmassive zeigen sich zwischen den Laubwäldern. Bis vor Bamako bleibt die Gegend sehr fruchtbar. Dazwischen immer wieder kleine Dörfer mit Halmen und Bambusstecken gedeckten Rundhäusern (Case). Die sehr sauberen Familiensiedlungen sind mit Stecken oder Bambusgittern eingezäunt,  in der Mitte raucht ein Feuer  aus Holzkohle, darauf ein grosser Topf. Überall sind die Leute im Acker beschäftigt, sie jäten, pflügen und säen. Mit dem Ochsen, oft im Doppelgespann oder dann muss sogar der Esel herhalten. Die Sämaschine kennt Urs noch von seinem Grossvater her. Mais in allen Wachstumsstufen gedeiht nach dem nächtlichen Regen wunderbar.

K800_Rote Berge

Wegsperren sind mit rot-weissen Blechfässern markiert, die einen schmalen Durchgang offen lassen. Doch es kommt niemand aus den Unterständen heraus, die teilweise uniformierten Männer liegen lieber ein bisschen im Schatten. Sicherheitshalber machen wir doch noch Handzeichen, ob wir durchfahren können. Ein paar Mal bezahlen wir umgerechnet CHF 0.85 für die Strassengebühr. Diese Verkehrsverbindung besteht noch nicht lange, gemäss Reiseführer sollen sie die Japaner finanziert haben.  Lastwagen kreuzen uns, Autos kommen uns wenige entgegen. Und dann sind es meistens Taxi brousse, die wieder alles Mögliche geladen haben. Oder Toyotas, bestens ausgerüstet – natürlich von den Hilfswerken. Roller sind viele im Einsatz, sogar Frauen fahren sie! Einer fährt auf seinen Knien ein Schaf nach Hause. Der Gedanke an Roland mit dem Reh ist natürlich schnell präsent!!! Auch alte Velos müssen für allerlei Transporte herhalten: riesige Holzbeigen, Bambusstecken, dreimal so lang wie das Fahrzeug, einer hat an seiner Lenkstange und am Gepäckträger sicher 20 Hühner an den Füssen angehängt.

K800_Stadtverwaltung (5)

Mädchen und junge Frauen waschen in Gelten oder am Fluss Wäsche, die nachher auf der Wiese trocknet. Vor der Stadt verwandeln sich die malerischen Rundgebäude in viereckige, gemauerte, meist unverputzte kleine Häuser. Von einer hügeligen Strasse aus dem üppigen Grün führt der direkte Weg in die brodelnde Hauptstadt Bamako. Es herrscht ein Riesenverkehr von Taxis und Rollern, doch alle fahren wohl zügig, doch rücksichtsvoll, Blech an Blech. Nach einem Abstecher in einem nicht empfehlenswerten Hotel holen wir am nächsten Tag Paul aus der Garage – es ist ein kleiner Service notwendig – und unsere Pässe in der Botschaft von Burkina Faso ab. Riesige Kreisel mit monumentalen Denkmälern, zwei grosse Brücken über den Niger und eine immense in gelb-beige gehaltene Stadtverwaltung mit allen Ministerien prägen das Bild von Bamako.

K800_Denkmal Bamako

Der Wechsel ist so krass von Grossstadt und ein paar Kilometer weiter entfernt einfachste ländliche Umgebung. Leute sitzen vor den Hütten in Bambussesseln oder schauen aus Hängematten dem Verkehr zu, arbeiten in ihren openair-Werkstätten, Frauen sitzen am Boden und frisieren sich kunstvolle Zöpfchen in die Haare.

K800_Maggi

Auf jeden Fall spüren wir nichts von Auseinandersetzungen, keine Polizeikontrolle will unsere Pässe sehen, wir fahren friedlich unseres Weges.